Artikel | 03/02/2026 08:28:28 | 5 min Lesezeit

UPM Communication Papers setzt mit seinem innovativen Wärmepumpenprojekt neue Maßstäbe für Abwärmenutzung und Energieeffizienz

UPM Communication Papers setzt am Standort Augsburg ein wegweisendes Wärmepumpenprojekt um. Der Baustart ist für Juni 2026 geplant. Die neue Anlage wandelt bisher ungenutzte Abwärme in Prozessdampf um und leistet damit einen Beitrag zu den UPM-Klimazielen für 2030. Gleichzeitig bedeutet das Projekt einen deutlichen technologischen Fortschritt für das Werk.

Augsburger Werk erschließt neue Wege


Das Gelände westlich der Papiermaschine 3 (PM3) wirkt heute noch unscheinbar: ein unbebautes Stück Land auf dem 23‑Hektar‑Werksareal, unberührt und bereit für den Baustart. Doch für das Engineering‑Team in Augsburg markiert dieser Ort den Beginn eines wichtigen technologischen Schritts – die Integration einer neuartigen Wärmepumpentechnologie, die sowohl Effizienzgewinne als auch eine Reduktion des CO₂-Fußabdrucks ermöglicht.

„Hier entsteht das neue Betriebsgebäude für unsere Wärmepumpe“, erklärt Markus Rausch, Projektmanager am Standort Augsburg, während er auf die zukünftige Baustelle blickt. „Bisher wurde dieser Teil des Areals nicht genutzt. Jetzt wird er zum Ausgangspunkt eines Systems, das überschüssige Wärme direkt in Prozessdampf umwandelt.“

Für Rausch schließt sich damit ein Kreis: 1999 war er Projektingenieur für die PM3 – eine der weltweit modernsten Papiermaschinen. Heute leitet er den nächsten entscheidenden Schritt hin zu einer nachhaltigeren Produktion.

Der Baubeginn des neuen Gebäudes erfolgt im Juni 2026, und die Vorfreude im Werk ist bereits groß.

 

Markus Ladebeck, Director Operations (links), und Markus Rausch, Project Manager (rechts), am zukünftigen Standort der neuen Wärmepumpe neben PM3 im UPM‑Werk Augsburg.

 

Ein System, das in der Papierindustrie Maßstäbe setzt


Fast jedes Werk erzeugt Abwärme – doch nur wenige können sie vollständig zurückgewinnen und direkt in neuen Dampf umwandeln. In den vergangenen Jahren hat das Team in Augsburg das Wärmerückgewinnungssystem der PM3 kontinuierlich optimiert und festgestellt, dass immer noch große Mengen ungenutzter Abwärme im Bereich von 40–50 °C vorhanden sind – ideal für den Einsatz einer Hochtemperatur-Wärmepumpe.

„Genau diese Abwärme werden wir künftig nutzen“, erklärt Rausch. „Und dieser Standort ist perfekt: direkt neben den PM3‑Systemen, mit denen die Wärmepumpe verbunden wird.“

Die neue Anlage kann Abwärme in 8 Tonnen Frischdampf pro Stunde umwandeln – exakt mit dem für die PM3 benötigten Druck und der passenden Temperatur (3,7 bar, 150 °C). Damit kann die Wärmepumpe den Dampf direkt in das bestehende System einspeisen und rund 16 % des Dampfbedarfs der PM3 decken.

„Das ist wirtschaftlich attraktiv und gleichzeitig ein Vorzeigeprojekt“, sagt Rausch. „Das zugrunde liegende Prinzip könnte zukünftig an vielen weiteren Papiermaschinen umgesetzt werden.“

 
 
 

Pioniertechnologie als Treiber der Dekarbonisierung 


Die Dampferzeugung gehört zu den energieintensivsten Schritten der Papierproduktion. Mit der neuen Wärmepumpe kann UPM Augsburg Prozessdampf deutlich effizienter erzeugen, indem vorhandene Wärmequellen genutzt werden. So können jährlich rund 6.000 Tonnen fossile CO₂‑Emissionen eingespart werden.

„6.000 Tonnen eingespartes fossiles CO₂ reduziert den Ausstoß des Augsburger Kraftwerks um 14 %“, erläutert Niina Niemelä, Senior Manager Sustainability. „Die Wärmepumpe unterstützt unsere laufenden Bemühungen, die fossilen Emissionen gemäß unserer Climate Action Roadmap zu senken. Die Integration moderner, innovativer Technologien wie dieser ist entscheidend, um unser Klimaziel für 2030 zu erreichen und unsere Emissionen auf unter 100 kg CO₂ pro Tonne Papier zu senken.“ 

Die Wärmepumpe setzt zudem auf natürliche Kältemittel, Ammoniak und Wasser, ohne globales Erwärmungspotenzial. Der benötigte Strom stammt aus einem eigens abgeschlossenen Windstromabnahmevertrag.

 

Die Köpfe und Hände hinter dem Projekt


„Dieses Projekt zeigt, wie moderne Technologien uns helfen, unsere Prozesse zu verbessern“, sagt Markus Ladebeck, Director Operations bei UPM Augsburg. „Vor allem aber ist es ein großer Erfolg für das Werk und eine starke Teamleistung. Projekte dieser Größenordnung funktionieren nur, wenn alle Abteilungen, von Engineering über Betrieb bis hin zur Energie, an einem Strang ziehen. Ich freue mich sehr darauf, die Wärmepumpe bald in Aktion zu erleben.“
 
Ein Teammitglied ergänzt: „Wir sind stolz, etwas aufzubauen, das nicht nur unser Werk optimiert, sondern zeigt, was möglich ist.“ 

Ein anderes sagt: „Ein toller Beitrag zur Dekarbonisierung in Augsburg und ein weiterer Schritt hin zu größerer operativer Flexibilität!“ 

Wie geht es weiter? 


Das Projekt befindet sich nun in der Engineering-Phase, vorbereitende Arbeiten haben bereits begonnen. Baubeginn ist im Sommer dieses Jahres, gefolgt von Installation und Integration des Wärmepumpensystems. Die erste Inbetriebnahme ist kurz nach Abschluss der Installation geplant, der reguläre Betrieb soll im ersten Halbjahr 2027 starten. 

 
 
An der Schwelle zu etwas Großem
Artikel | 10 min

An der Schwelle zu etwas Großem

Mehr erfahren
Vielschichtige Maßnahmen zur Abmilderung des Klimawandels
Artikel | 4 min

Vielschichtige Maßnahmen zur Abmilderung des Klimawandels

Mehr erfahren
Wie vermitteln wir der nachfolgenden Generation die komplexen Zusammenhänge des Klimawandels?
Artikel | 6 min

Wie vermitteln wir der nachfolgenden Generation die komplexen Zusammenhänge des Klimawandels?

Mehr erfahren
;